| Historisches
|
|
| Die Ortsgruppe Mössingen im Bund für Vogelschutz,
wie unser Verein zur Gründungszeit hieß, wurde auf Initiative
des Mitglieds im Obstbauverein Mössingen, Gustav Klett nach einem
Diavortrag der deutschen Vogelmutter und Gründerin des Bundes für
Vogelschutz Lina Hänle im Herbst 1931 aus der Taufe gehoben. Dem
Gedanken unsere heimische Vogelwelt zu schützen, folgten über
60 Personen aus der Bevölkerung, denen sich Schulleiter und Lehrer
anschlossen. So konnte bei der Gründungsversammlung Schulleiter Martin
Haar als erster Vorsitzender gefunden werden. Zu den ersten Tätigkeiten
gehörten die Herstellung, das Aufhängen und Kontrollieren von
Nistkästen aus Holz. In der kalten Jahreszeit wurden Futterhäuschen
gebaut und im Winter Futterstellen eingerichtet und betreut. Vogelkundliche
Führungen unter Leitung von Adolf Neth zu den Schutzgebieten, welche
von der Gemeinde schon damals kostenlos dem Verein zur Verfügung
gestellt wurden, sowie Beobachtungen an Futterhäuschen gehörten
zum Programm. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals 0,50 Reichsmark. Am 24.03.1954 wurde die Ortsgruppe Mössingen auf Betreiben des Oberlehrers Steinhilber, welcher Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins war, wieder gegründet. Unter dem Vorsitz von Karl Kübler, unserem ehmaligen Ehrenvorsitzenden, der die Geschicke bis 1966 leitete, wurden die Vereinstätigkeiten ausgebaut. So kamen neben den vor dem Kriege durchgeführten Aktivitäten, Vorträge mit Dias, Schallplatten und Filme hinzu. Die Winterfütterung wurde um die Herstellung von so genannten Futterglocken zu den bisherig verwendeten Futtermitteln Hanf und Sonnenblumenkerne ergänzt. Vogelfutter für die Winterzeit wurde an Verkaufsstellen bis Mitte der ‘90er Jahre an private Personen zum Selbstkostenpreis abgegeben. Die vogelkundlichen Führungen wurden von Oberlehrer Paul Manz von 1954 bis 1960 zu den Schutzgebieten geleitet. Der Kassenbestand betrug damals 13,50 DM. Ab 1957 begann die Ortsgruppe mit der Anbringung von künstlichen
Schwalbennestern, da durch die unter anderem zunehmende Straßenteerungen
ein Bau aus natürlichen Materialien für die Zukunft immer mehr
eingeschränkt wurde. 1960 gab der bisherige Führer der vogelkundlichen
Beobachtungsgänge Paul Manz sein Amt an Christian Lang ab, der diese
Tätigkeit 39 Jahre weiterführte. Durch Pflanzungen von Schutzgebieten
z.B. mit Ebereschen 1965 und 1966 machte die Ortsgruppe auf die Erhaltung
von Feldgehölzen und Hecken auf sich aufmerksam. Man hatte schon
damals erkannt, dass der Vogelschutz nicht isoliert betrachtet werden
kann und ein Artenschutz ohne den entsprechenden Lebensraum nicht möglich
ist. |
|
| © 2003/2004, NABU Mössingen |